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Bässe haben höhere Karrierechancen

Der Mensch wird durch mehr Dinge beeinflusst, als er ahnt: Bei der Wahleines Politikers beispielsweise spielen nicht nur die eigene Parteizugehörigkeit, ideologische Gründe oder dessen charismatisches Auftreten eine Rolle. Auch dessen Stimmlage ist von grosser Bedeutung. Das berichtet hat ein US-Forscherteam um den Politikwissenschaftler Casey Klofstad von der University of Miami berichtet. Er hatte Männer und Frauen Stimmen in verschiedenen Tonlagen vorgespielt und deren Reaktionen ausgewertet. Sie berichten von den Ergebnissen im Wissenschaftsmagazin “Proceedings of Royal Society B”.

Zunächst ließen die Forscher 17 Frauen und 10 Männer den Satz sprechen: “Ich bitte dich dringend, mich zu wählen.” Die Aufnahme spielten sie dann insgesamt 170 Männern und Frauen vor, zusätzlich wurden der Satz jeweils elektronisch höher oder tiefer gemacht. Die Testpersonen mussten entscheiden, welche der gehörten Sprecher ihrer Meinung nach kompetenter, glaubwürdiger und selbstbewusster wirke. Zum Schluss stellten die Wissenschaftler noch die alles entscheidende Frage: Würden Sie eher den Menschen mit der höheren oder tieferen Variante seiner Stimme wählen?

Das Ergebnis fiel eindeutig aus: Die tiefere Stimme der Person wurde stets bevorzugt

Ob es sich dabei um eine Frau oder einen Mann handelte, spielte keine Rolle. Generell gaben die Testpersonen immer den Sprechern mit einer tieferen Stimme den Vorzug. So legten die aktuellen Ergebnisse nahe, dass die eigene Stimme das Leben stärker beeinflusst, als man glaubt. Die tieferen Frequenzen verbänden Männer wie Frauen stets mit Faktoren wie Stärke und Dominanz.

Man könne die Frage, ob ein Kandidat gewählt wird, natürlich nicht nur allein seiner Stimme festmachen, ergänzt Klofstad, aber die Untersuchung habe deutlich gezeigt, dass die Frage, wer in eine Führungsposition gelangt, stets im Zusammenhang mit biologischen Faktoren zu verstehen sei. Ob sich durch die Tatsache, dass meist Männer tiefe Stimmen haben, Frauen durch ihr höheres Organ benachteiligt werden, wenn es um die Besetzung von Führungspositionen geht, vermochten der Wissenschaftler nicht zu sagen. “Dazu müssen erst weitere Untersuchungen gemacht werden”, sagt Klofstad. Es klinge zwar sehr naheliegend, bleibe aber im derzeitigen Kenntnisstand eine reine Vermutung.

[Quelle: Spiegel Online]


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