Senioren sind auch im Web Offliner
Internetnutzer gibt es schon im Kindergarten, die norddeutsche Kleinstadt Mölln hat es mit einem Versuch vorgemacht. Aber wie steht es mit den Senioren unserer Gesellschaft? Dazu hat das Zentrum für Gerontologie an der Universität Zürich eine interessante Studie gemacht, gestützt auf die Befragung von 1105 Personen im Alter von über 65 Jahren.
Demnach nutzen etwa 40 Prozent der Befragten das Internet relativ häufig und intensiv. Aber während es bei den 65- bis 69jährigen rund 58 Prozent sind, die ins Web gehen, sind es bei den 80- bis 84jährigen noch 17 Prozent und bei den Personen mit alter 85 und älter 8 Prozent. Diese Zahlen sind nachvollziehbar. Heisst das, dass die Senioren nicht nur generell Offliner sind, sondern im Web erst recht?
Aus diesen Zahlen lässt sich eine “digitale Kluft” zwischen den Generationen erkennen. Sie ist allerdings in der Schweiz bedeutend kleiner als in vielen europäischen Ländern ringsum. Viele Ältere haben jedenfalls Angst vor der Technik und sie stehen dem Datenschutz skeptisch gegenüber. Hilfreich wäre ein alterstaugliches Internet. Das würde heissen, dass der Webzugang einfacher und intuitiver angelegt werden müsste. Am ehesten motiviert werden Senioren nicht durch gedruckte Anleitungen, sondern durch Anregungen von Freunden und Bekannten, kann man der Medienmitteilung der Universität Zürich entnehmen.
Sogar von finanziellen Vergünstigungen beim Nutzen des Breitbandzugangs ist die Rede. Man weiss auch, dass ältere Menschen eher ins Internet eintauchen, wenn ihr Bildungsniveau vergleichsweise hoch ist.
Dass die Zahl der Senioren mit zunehmendem Alter abnimmt, sollte keine große Überraschung sein. Trotzdem finde ich sehr positiv, dass immer mehr ältere Menschen sich an das Internet trauen und dort wirklich viele Informationen zu Themen finden, zu denen man im Alter sonst nur noch schwer Zugang hat.