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Frische wie anno dazumal: VAP-Event auf dem Barfüsserplatz in Basel

 

Moderner Umgang mit Altem – das praktizieren die Basler Alters- und Pflegeheime tagtäglich. Und sie wollten es am 5. Juni 2010 einmnal allen zeigen.

So erlebten die Gäste auf dem Basler Barfüsserplatz ein Festzelt mit kulinarischen Leckerbissen, gekocht von Basler und Baselbieter Heimköchen von heute, nach Rezepten von einst.

Organisiert wurde der sonnenbeschienene Anlass vom VAP, in welchem die Basler Alters- und Pflegeheime organisiert sind, und von der Fachgruppe Heimköche der Region Basel. Ein OK unter der Leitung der VAP-Geschäftsführerin Claudia Roche hatte gute Arbeit geleistet, Thomas Vögtlin dirigierte die Köche, und Oliver Greuter besorgte das Gestalterische. Der VAP bietet mit seinen 36 Heimen immerhin 2800 Menschen ein Zuhause.

Für guten Sound sorgten die New Redhouse Jazzgang und die Dixie Brothers, Cornelia Ziegler porträtierte konterfeiwillige Gäste, dazu gab es Hochräder und andere nostalgische Zweiräder zu bestaunen. Selbstverständlich bekam jeder, der Fragen zum Leben in einem Heim auf dem Herzen hatte, auf dem Barfüsserplatz auch die nötige Auskunft.

Richard Widmer, der Präsident des VAP, erklärte die Stossrichtung des Events so:

“36 Alters- und Pflegeheime sind es, die im VAP zusammen geschlossen sind. Sie alle wollen modern sein und auch modern wirken. Up to date. Heisst das jetzt, dass die alten Menschen in diesen Basler Heimen mit einem iPhone herumlaufen und dauernd mit irgendwem telefonieren, dass ihre Rollstühle farbige Spoiler aufweisen und die Mitarbeitenden coole Sprüche klopfen müssen?

Eine Firma, die Smartphones produziert, hat es einfach zu definieren, was modern ist. Sie ist dauernd innovativ, wirkt an vorderster Front und erobert grosse Marktanteile. Ein Heim will aber keine Front, es will auch keine Anteile erobern und nicht täglich neu daherkommen. Es strebt anderes an, wenn es modern sein will. Up to date will ein gutes Heim vor allem mit seinen Erkenntnissen sein. Mit seinem Verständnis für den alten Menschen, der einige Schwierigkeiten zu meistern hat. Persönliche, die halt oft mit der eingeschränkten Funktionsfähigkeit von Körper und Geist zusammenhängen. Äussere, die von der Gesellschaft „produziert“ werden. Wenn die Gesellschaft fremd geworden ist, weil sie heterogener und vielleicht auch etwas egoistischer geworden ist, weil sie oft den Gemeinschaftssinn vermissen lässt und oft auch etwas emotionale Tiefe – dann kann das auf alte Menschen nicht ohne Einfluss sein.

Ein modernes Heim findet das Gleichgewicht zwischen dem Zeitgemässen und der Tradition des einzelnen Menschen. Wir müssen die Älteren nicht in die Zwanzigerjahre zurückkatapultieren, um sie glücklich zu machen. Die Älteren leben nämlich wie alle Menschen heute, und sie wollen auch so wahrgenommen werden. Nur nicht um jeden Preis, vor allem nicht um den Preis der Würde. Im Heimalltag hat man erkannt, dass Moderne und Alter sich sehr gut vertragen, wenn man beide gut begreift. Aktuelle Qualitätskriterien, richtig verstanden, sind für ältere Menschen nie falsch. Zeitgemässe Ernährung und menschliche Würde vertragen sich gut, sehr gut sogar. Eine moderne, leistungsfähige Küche kocht auch sicher nie am alten Menschen vorbei. Vor allem wenn sie mit Herz kocht.  

Genauso wenig darf Kommunikation, die in unserem heutigen Leben eine so dominante Rolle spielt, nicht einfach um die alte und gebrechliche Frau im Pflegeheim einen grossen Bogen machen. Das wäre fatal. Kommunikation ist für die älteren Menschen unverzichtbar. Daran ändert auch nichts, wenn die Älteren dieser Kommunikation einfach nur „Gespräch“ oder „Zuwendung“ sagen. Welchen Begriff man auch immer wählt, der Kontakt und der Austausch unter Menschen steht für Teilhabe am Heute, auf die junge Menschen ein Anrecht haben wie die älteren auch. – So modern wollen ältere Menschen schon sein – und die Heime, in denen sie leben, natürlich auch”, sagt Richard Widmer.


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