BP – eine Katastrophe auch für Image und Aktienkurs
Der Verlauf der BP-Aktie ist nachvollziehbar: Am 20. April kam es auf der BP-Bohrinsel “Deepwater Horizon” vor der US-Küste zu einer gewaltigen Explosion, die elf Menschen das Leben kostet und eine Umweltverschmutzung enormen Ausmasses in Gang setzte. Der Kurs brach ein, noch mehr, als am 3. Mai BP die Kostenübernahme zusicherte und US-Präsident Barack Obama die Ölpest zur Chefsache erklärte.
In kurzer Zeit wurde der Konzern an der Londoner Börse um 44 Prozent oder gut 50 Milliarden Pfund tiefer bewertet als vor Ausbruch der Katastrophe. Auf den Kurs drückten auch die Forderungen, die Aktionäre sollten auf ihre Dividende verzichten.
BP schaute dem Kursuzerfall nicht tatenlos zu, sondern wurde mit einer PR-Kampagne aktiv. Dazu gehörte auch, dass der Konzern bei Suchmaschinen wie Google, Yahoo und Bing Antworten auf Suchfragen “kaufte”, ein Eingriff, der nach Aussagen von Fachleuten etwa 10 000 Dollar pro Tag kostet. Wer nun Suchworte wie Oil Spill (Ölpest) eingab, bekam als erste zwei Treffer Links zu Seiten von BP: “Erfahren Sie, wie BP hilft”, stand da geschrieben. Dieser Ersttreffer ist rot unterlegt und als Anzeige erkennbar, steht aber immerhin in der Hauptspalte von Google. Ewig und überall lässt sich eine derartige Manipulation wohl nicht halten, ein Zugriff mit deutscher “Ölpest” beispielsweise kommt zu Resultaten, die BP alles andere als geneigt sind. Und der Anleger verfolgt in der Regel Medienberichte, lässt sich also nicht so plump täuschen, wie es BP glaubt.
