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Michael Jackson – Unwissen schürt Gerüchte

Michael Jackson

Offene Kommunikation oder Vernebelung? Michael Jackson ist tot, kurz vor Antritt seiner neuen Tournee – diese Nachricht ging am 26. Juni 2009 schon früh in Windeseile um die Welt. Und mit dieser Nachricht starteten auch die Gerüchte über die Ursache seines Todes. Klar: Unwissen schürt Gerüchte.

“Er hatte Hautkrebs”, liest man im Blog Alles Schall und Rauch. “Angeblich soll Michael Jackson einen Herzstillstand erlitten haben”, schreibt der Dienst Die Topnews. Wie mit der Stoppuhr verfolgte My-thru-or-consequences die Meldungen über den Tod des King of Pop: “Pervers schnell” sei das bei Wikipedia abgelaufen.

Sehr in die Details geht der Promipranger: “Juni 2009 : Michael Jackson besucht das Medical Bedford Center – nur ein Routinecheck oder Vorbereitung einer Tarnung?” Aber es kommt noch dicker: “Auch wenn der Tod von Michael Jackson jetzt offiziell bestätigt wurde, so ist das alles wirklich sehr schwer zu begreifen und somit wird es garaniert schon heute die ersten Verschwörunsgtheorien um das vorzeitige Verscheiden des King of Pop geben… Vielleicht hat ihn die große Druck einfach kaputt gemacht? Ne, dass klingt irgendwie zu dramatisch und so widme ich mich lieber einer anderen Theorie, welche besagt das Michael Jackson noch lebt … Mit dieser Geschichte läßt es sich einfach viel besser leben, denn der vermeintlich wahre Tod von Michael Jackson ist mir einfach viel zu tragisch.”

“Die Meldung von Michael Jacksons Tod”, schreibt Zweipunktnull, “ist jetzt einige Minuten alt und noch immer gibt es kein offizielles Statement und alle Nachrichten beziehen sich auf die eine einzige Quelle, die ich oben bereits genannt hab. Grund genug, doch noch darauf zu hoffen, dass es sich um einen ganz miesen Gag oder einen dramatischen Fall von Missverständnis handelt.”

“Michael Jackson ist gestern an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben”, weiss Prominös. Jackson, schreibt der Dienst Pressemeldungen, habe über “verschiedenste Probleme” geklagt und “unterzog sich erst im Frühjahr 2009 einem Komplett-Check, da er Schwierigkeiten mit dem Herzen klagte. Das dürfte auch der Grund für den Atemstillstand gewesen sein, den Michael Jackson am frühen Nachmittag des 25. Juni 2009 in seinem Haus in Holmby Hills im Westen von Los Angeles erlitten hatte.” Ferndiagnose also.

Bei Amypink heisst es ebenso klar: “Sein Körper wollte wohl einfach nicht mehr, war genug geschunden.” Shredder-Blog stellt die Situation nach Eintreffen der Todesnachricht so dar: “Laut TMZ.com ist Michael Jackson, der King of Pop, tot. Das Internet und brechen grad halb zusammen und es wird viel über diese Meldung gestritten und diskutiert.”

Dann, am 26. Juni bereits um die Mittagszeit, Meldungen über einzelne Radiosender, wonach sich Jackson selber eine Überdosis Medikamente verabreicht haben könnte. Und abends die Frage, wohin der Hausarzt verschwunden sei. Nun war von Beruhigungsmitteln die Rede. – Tags darauf die Meldung, dass die Obduktion keine klaren Erkenntnisse gebracht habe. Man vermute einen Herzinfarkt. Es würden spezielle Untersuchungen gemacht. Das könne Wochen dauern … Am 27. Juni wurde Morphium ins Feld geführt.

Ende Juni weitere Diskussionen: Jacksons Arzt werden Vorwürfe gemacht. Mit richtiger Mund-zu-Mund-Beatmung hätte das Leben der Pop-Ikone gerettet werden können, behaupten die einen. Der Alternativmediziner Deepak Chopra klagt über eine «schändliche Vielzahl von Ärzten», die zu viele starke Schmerzmittel besorgt hätten.

Twitter, Facebook, Youtube … Alle erlebten einen Grossandrang. Und Google geriet in Not: Die Google-Technik betrachtete die heftige Nachfrage nach Michael Jackson zunächst als einen Hacker-Angriff. Als Schutzmassnahme mussten Nutzer des Dienstes Google News etwa eine halbe Stunde lang einen «Captcha»-Check absolvieren, also eine angezeigte Buchstaben-Ziffern-Folge eingeben, ehe die News-Ergebnisse der Michael-Jackson-Anfrage angezeigt wurden. Das Hauptangebot der Google-Suche sei nicht betroffen gewesen, sagte Google-Sprecher Gabriel Stricker.


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